Louis Massonneau

 

Louis Massonneau wurde 1766 als Sohn des französischen Küchenmeisters am Hof des Landgrafen von Hessen-Kassel geboren. Musiker der Hofkapelle unterrichteten ihn im Violinspiel und Komponieren. 1783 trat er als Violin- und Viola d’amore-Spieler in die Hofkapelle von Landgraf Friedrich II. ein. Damit begann eine längere Reihe unterschiedlicher Positionen, die Massonneau mit allen Facetten des damaligen Musiklebens vertraut machten und ein wesentlicher Grund für seine spätere Vielseitigkeit gewesen sein werden: Er war Vorspieler bzw. Konzertmeister im Collegium musicum der Universität Göttingen, in den Theaterorchestern von Frankfurt/Main, Altona und Hamburg sowie in der Hofkapelle im anhaltinischen Dessau.

1803 wurde Massonneau von Herzog Friedrich Franz I. zu Mecklenburg-Schwerin in dessen Hofkapelle berufen. Massonneau, der den kränkelnden Konzertmeister Eligio Celestino von der Leitung der Konzerte entlasten sollte, hatte sich nicht nur als Violinspieler, sondern auch als Komponist einen Namen gemacht. Er hatte bereits drei Sinfonien veröffentlicht, darunter La Tempête et le calme (Der Sturm und die Stille). Sein Hauptaugenmerk galt bis dahin der Kammermusik, die er in die Tradition der Wiener Klassik stellte, die aber durchaus auch frühromantische Einflüsse erkennen lässt.

Wegen der Bedeutung der Kirchenmusik am herzoglichen Hof verlegte sich Massonneau während seiner Ludwigsluster Zeit ganz überwiegend auf die Komposition von Vokalmusik. Es entstanden zahlreiche Offertorien, Messen und andere Vokalwerke. Als Orchesterleiter kümmerte er sich intensiv um die Belange seiner Musiker. Massonneau führte während seiner gesamten aktiven Zeit in der Ludwigsluster Hofkapelle ein „Verzeichniß Sämtlicher Musikstücke welche in denen Hof-Concerte, Kirchen etc. aufgeführt worden sind“. Dieses Diarium stellt bis heute eine einzigartige Informationsquelle über das höfische Musikleben in Ludwigslust dar. Auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1837 half Massonneau in der inzwischen nach Schwerin zurückverlegten Hofkapelle aus. Er starb 1848 in Ludwigslust.

Ausführlicher können Sie sich über Louis Massonneau erstmals in einer Biographie informieren, die anlässlich des 250. Geburtstages erschienen ist:

Reinhard Wulfhorst
Louis Massonneau - Komponist, Geiger, Konzertmeister

Sie umfasst 40 Seiten und ist zum Preis von 5 Euro (einschließlich Mehrwertsteuer und Versand) erhältlich bei:
Förderverein Schloss Ludwigslust e.V., Postfach 1214, 19282 Ludwigslust; e-mail: schlossverein-lwl@gmx.de

Die Biographie begleitet den Komponisten und Geiger auf seinen Lebensstationen von Kassel über Göttingen, Frankfurt / Main, Altona, Dessau und Hamburg bis nach Ludwigslust. Sie skizziert dabei das jeweilige gesellschaftliche und politische Umfeld und lässt das musikalische Leben durch zeitgenössische Briefe und Berichte lebendig werden. Der Autor hat dafür zahlreiche Quellen neu erschlossen und kommt so vielfach zu einer veränderten Sicht auf die Biographie von Massonneau.
Abschließend wird dessen kompositorisches Schaffen mit seinen besonderen Charakteristika vorgestellt.

(Eine Leseprobe finden Sie hier!)